Nambiti - Auf Safari mit Hochs und Tiefs

Nach den Tagen in den Drakensbergen ging es für uns nun mit dem Safari-Teil unserer Reise los. Bevor wir in den altbekannten und geliebten Kruger Nationalpark fuhren, hatten wir Aufenthalte in zwei für uns neuen Game Reserves gebucht. 

Als erstes ging es für 3 Nächte ins Nambiti Game Reserve in die Elephant Rock Lodge

Eine recht kleine Lodge mit max. 10 Personen in einem eher kleinen privaten Game Reserve, welches neben Ladysmith mitten in KwaZulu-Natal liegt und die Big Five beherbergt. 

Angekommen in der Elephant Rock Lodge
Angekommen in der Elephant Rock Lodge

Für die Anreise ab dem Thendele Camp war eine kurze, nur rund zweistündige Autofahrt nötig. Somit lag es für unsere Rundreise ideal auf dem Weg. Ein kurzer Shampoo-Stopp in Ladysmith, um neues Shampoo zu kaufen (Baboon- & Flo-verschuldet, siehe Bericht der Drakensberge) und eine halbe Stunde später waren wir dann auch schon am (südlichen) Woodlans Gate.

Das Auto parkt man im Nambiti Game Reserve an einem der zentralen Parkplätze nahe des Gates und wird von dort abgeholt. Dies funktionierte auch problemlos und ohne grosse Anmeldung zu einer bestimmten Uhrzeit. Unser Guide Bennie holte uns mit dem Game Drive-Fahrzeug ab und begrüsste uns sehr freundlich. 

In der Lodge, die sehr nahe am Gate des Game Reserves liegt, wurden wir freudig von Stacey und Renee mit einem Drink empfangen und es gab einen kurzen Rundgang durch die Lodge. Anschliessend bezogen wir unsere grosszügig geschnittene Hütte. Im Hauptraum gab es ein grosses Doppelbett, im Nebenraum ein geräumiges Badezimmer mit Badewanne und Aussendusche (sehr raffiniert: mit zwei Duschköpfen). Vor der Hütte gab es eine überdachte Terrasse inkl. zwei kleinen Hängematten, allerdings ohne Aussicht bzw. Aussicht auf den 5 Meter entfernten dichten Busch. Soweit so schön. Ich konnte mich allerdings von Anfang an nicht wirklich auf die nette Einrichtung, sondern nur auf die mindestens handflächengrossen Spinnen überall an den Wänden konzentrieren. Nachdem mein panischer Blick bemerkt wurde, kam zum Glück das Angebot die Spinnen zu entfernen. Guide Bennie rückte an und manövrierte die achtbeinigen Gesellen in eine Plastikbox und anschliessend (wie ich hoffte) weit weg von unserer Hütte. Man mag mein Verhalten nun kindisch finden, aber ich muss dazu sagen, dass ich in dem halben Jahr in Afrika meine Angst vor Krabbeltieren deutlich abbauen konnte (Anmerkung Flo: Wahr, aber noch ausbaufähig resp. benötigt jeweils immer wieder eine Angewöhnungszeit), aber bei Spinnen über meinem Bett in dieser Grösse hört der Spass dann doch auf. Während unseres Aufenthalts kam zwar die ein oder andere Spinne noch zum Vorschein, allerdings nur im Bad und nicht in der Nähe vom Bett.

Poolbereich der Lodge
Poolbereich der Lodge

Zum Mittagessen lernten wir die drei einzigen anderen Gäste der Lodge kennen. Eine Südafrikanerin, die alle paar Monate Urlaub in der Elephant Rock Lodge macht, mit zwei britischen Freunden. Wir kamen sofort ins Gespräch und Flo freute sich besonders weitere Vogelliebhaber getroffen zu haben. Wir freuten uns bereits auf nette Tage mit ihnen, allerdings teilten sie uns dann mit, dass sie morgen schon abreisen würden und dann eine Gruppe von 8 Personen kommen würde, womit die Lodge komplett ausgebucht wäre. Unsere Vorfreude darauf hielt sich in Grenzen. Wie recht wir mit unseren gemischten Gefühlen haben sollten, konnten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht wissen. 

Zunächst ging es nun aber auf den ersten Game Drive mit dem jungen Guide Bennie, der hier seine erste Anstellung nach der Ausbildung gefunden hatte. Bennie kommt aus Johannesburg, womit er grad noch ein paar mehr Sympathiepunkte sammelte ;) und machte seinen Job wirklich gut. Er konnte mit grosser Begeisterung alles mögliche über Flora, Fauna und Umwelt erzählen und hielt selbstverständlich für jedes noch so kleine Tier an. Ein Verhalten, das wir mittlerweile sehr zu schätzen wissen, ist es doch leider nicht selbstverständlich für einen Guide. 

Die Safari beginnt mit einem Spoonbills
Die Safari beginnt mit einem Spoonbills

Das Game Reserve selbst ist wie schon erwähnt relativ klein (10'000 Hektar) und von zwei Seiten eng von Strassen und Bahnlinien begrenzt, weshalb man auf Game Drive auch relativ häufig die Zivilisation hinter dem Zaun zu sehen bekommt. Ein im Hintergrund durchfahrender Zug, Autolärm oder die allgegenwärtigen Hochspannungsleitungen stören dann leider doch die ein oder andere Tiersichtung für uns Safari-Teilnehmer & anspruchsvollen Fotografen.

Nichtsdestotrotz war es grossartig, endlich wieder auf Safari zu sein - wie sehr wir dies vermisst haben! Durch Bennies Enthusiasmus und uns interessierten Gästen hielten wir auch immer wieder länger an Sichtungen an, beobachteten Spoonbills, Mountain Reedbucks, eine Herde Elefanten, diversen weitere Antilopen und nach dem tollen Sundowner konnten wir dank einer Geruchsfährte sogar Rhinos entdecken.

Voller Eindrücke und mit vielen Glücksgefühlen nach der ersten Safari nach fast einem Jahr Abstinenz ging es zum Abendessen in der Lodge. Wir assen zusammen mit den anderen drei Gästen an einem grossen Tisch. Das Menü konnte man sich bereits am Mittag aus verschiedenen Optionen selbst zusammenstellen, was uns sehr entgegen kam. Das Essen war lecker, wenn auch nichts Herausragendes oder Besonderes, aber das braucht es ja auch nicht immer. Es gab über die drei Tage keine einzige Enttäuschung und wie oft gefielen uns die Lunch-Optionen fast besser als das Abendessen. Einzig auf das Essen in der Boma mussten wir verzichten, da es abends empfindlich kühl und windig wurde. Dafür wurde das Feuer im Hauptsaal-Cheminee entfacht, was eine wohlige Stimmung ergab. Im Winter ist dies sicher noch viel wertvoller als im Januar (das Reserve liegt auf knapp 1000m Höhe).

Ein Black Rhino
Ein Black Rhino

Wir waren dann schnell wieder im gewohnten Safari-Alltag, gingen früh ins Bett und standen mit den ersten Sonnenstrahlen pünktlich für den nächsten Game Drive wieder auf. Dieses Mal ging es in die entfernteren nördlichen und offenen Gebiete des Reserves. Der ursprüngliche Plan war es vielleicht die Löwen zu entdeckten, die seit Tagen irgendwo dort untergetaucht waren. Da niemand von uns fünf Gästen so versessen auf eine Löwensichtung war, nahmen wir uns lieber Zeit für andere Highlights - so konnten wir gleich zwei ausgiebige Sichtungen von Black Rhinos geniessen, beide davon überraschend mitten in offenen Grassavannen (eigentlich überhaupt nicht Black Rhino-Gebiet). Nach dem Game Drive und anschliessendem Frühstück genossen wir das gute Wetter auf den Liegestühlen am Pool und liessen die Seele baumeln. Hier spürte Flo dann trotz kühlen Temperaturen die intensive Sonne und ignorierte meine Sonnencreme-Empfehlung: Eingeschlafen auf dem Sofa holte er sich bereits nach weniger als einer halben Stunde dank wanderndem Schatten einen Sonnenbrand auf der Stirn...

Portrait von mehreren Protagonisten
Portrait von mehreren Protagonisten

Am Nachmittag kam es dann zum Gästewechsel und die achtköpfige Gruppe von (weissen) Südafrikanern trudelte ein. Es stellte sich heraus, dass es sich um ein Familientreffen handelte, wobei ein Teil der Familie aus ihrer neuen Heimat Australien angereist war. 

Der Nachmittags-Game Drive fand trotz der vollen Besetzung der Lodge weiterhin nur mit einem - nun komplett vollen - Game Drive-Fahrzeug statt. Eine Tatsache, die Flo und ich nicht besonders prickelnd finden, da gerade zum Fotografieren, Filmen und für sonstige Mitnahmegegenstände der Platz eng wird.

Wir fuhren also los und ich hatte bereits nach den ersten Metern das Gefühl auf einem Schulausflug mit deutlich zu lauten und hyperaktiven Schulkindern zu sein. Leider bestätigte sich meine Befürchtung. Eingepfercht zwischen dieser Familie, die es bevorzugte den gesamten Game Drive dazu zu nutzen lautstark irgendwelche alten Familiengeschichten oder auch Lackierungen von Autos zu diskutieren und sich nicht im geringsten für die Tiere oder Natur zu interessieren schienen. Dass wir mit dieser Lautstärke überhaupt ein Tier zu Gesicht bekamen, grenzt an ein Wunder. Flo spottete auf dieser Fahrt aber tatsächlich die zwei Löwen, die bereits seit mehreren Tagen nicht mehr gesichtet wurden und sich kaum sichtbar im Dickicht versteckten. Löwen ziehen bei solchem Publikum immer und da war die Aufmerksamkeit unserer Mitfahrer tatsächlich auch mal auf die Tiere gerichtet und Flo wurde ungläubig gefragt, wie er die Löwen denn bloss hätte finden können. Ich konnte mir nur knapp einen Kommentar verkneifen, dass sie mit etwas mehr Ruhe und Aufmerksamkeit für die Umgebung vielleicht auch erfolgreich gewesen wären.

Die Löwen taten uns dann tatsächlich noch den Gefallen hinter den Büschen hervor zu laufen und sich ein wenig umzuschauen, bevor sie sich wieder in den Schlaf- und Eindösmodus fielen liessen.

Flos Löwensichtung
Flos Löwensichtung

Nach der tollen Löwensichtung lag das Interesse dann tatsächlich etwas mehr bei den Tieren als beim neusten Familien-Tratsch. Zwar wurden Nilpferde munter als Nashörner bezeichnet und jede Antilope war grundsätzlich ein Springbock, aber nun gut - darüber schaue ich gerne hinweg, nicht jeder Südafrikaner ist ständig auf Safari. Bezeichnenderweise war es der junge, eingeheiratete Australier, der mit Abstand am meisten Faszination zeigte und mit Flo Tier- und Fotografiediskussionen führte. Seine schwangere Freundin war mehr darauf bedacht, bloss keine Erschütterungen zu erleiden (da sie Schäden fürs Baby befürchtete...) weshalb sie nur einen Game Drive mitmachte und dann genug hatte. Es ging zwar nicht besonders ruppig zu, aber es werden schon nicht grundlos Landcruiser für die Drives verwendet.

Beim Abendessen wurden wir nun nicht mehr an dem grossen Tisch platziert, sondern bekamen einen kleinen einzelnen Tisch in der Ecke und dies obwohl wir die Frage nach einem Einzeltisch mit Nein beantwortet hatten und uns die Familie sogar fragte, ob wir uns zu ihnen setzen wollten.

Es sei sonst zu eng am grossen Tisch, war die Aussage von Renee / dem Management. Warum man uns dann überhaupt erst fragte bleibt offen, aber so böse war ich über diesen Umstand auch nicht. 

Zwei hübsche Guineafowls
Zwei hübsche Guineafowls

Der nächste Morgen brach an und es regnete in Strömen als unser Weckservice in Gestalt von Guide Bennie an die Tür klopfte. Flo besprach schnell mit ihm die Situation und Bennie teilte mit, dass wir erst losfahren würden, wenn der Regen aufgehört hätte. Da die anderen Gäste dies ähnlich sahen, versprach Benny uns wieder zu wecken, sollte der Regen aufhören. Wir gingen also wieder zurück ins Bett und ca. eine Stunde später klopfte Bennie erneut. Wir bestätigten ihm wie gewohnt durch Rufen, dass wir wach seien, gleich kommen würden und machten uns parat. Ca. 10 Minuten später kamen wir gerade aus unserer Hütte, als wir ein Auto vom Lodge-Gelände fahren hörten. Ich wunderte mich noch, welches Fahrzeug denn jetzt schon unterwegs sei, bis wir realisierten, dass nicht irgendein Fahrzeug, sondern "unser" Game Drive-Fahrzeug soeben, vollgepackt mit den anderen Gästen, aber ohne uns, abgefahren war. Wir standen da und verstanden die Welt nicht mehr. Bei allen Aufenthalten in den verschiedensten Lodges und der Teilnahme an den unterschiedlichsten Game Drives, war uns so etwas noch nicht passiert. Man hatte uns einfach vergessen!?

Wir liefen durch die ganze Lodge und suchten nach irgendeinem anderen Mitarbeiter - fanden aber niemanden. Als nächstes riefen wir die "Notfallnummern" an, die in der Mappe mit allen wichtigen Infos in unserer Hütte vermerkt waren. Keine (!) der drei Nummern funktionierte oder wurde abgenommen. Was im Falle eines echten Notfalls passiert wäre, will man sich lieber nicht vorstellen. Flo versuchte mit einem in der Lodge herumliegenden Funkgerät sogar noch Bennie auf dem Fahrzeug anzufunken, war aber wohl auf dem falschen Kanal und erhielt keine Antwort.

Guide Bennie
Guide Bennie

Einige Zeit später tauchte dann doch noch eine Mitarbeiterin auf, die Bennie schliesslich per Funk erreichte und von ihm eine eher genervte Antwort erhielt. Da die Gruppe bereits weit von der Lodge entfernt war, wurden wir mit einem anderen Fahrzeug in ihre Richtung gebracht, trafen das Fahrzeug auf halbem Weg und konnten von da an doch noch am Morning-Game Drive teilnehmen. 

Die bissigen Kommentare einiger Gruppenteilnehmer bzgl. unserer Schuld an der Situation, dass sie nun ein Stück hätten zurück fahren müssen und die fehlende Entschuldigung des Guides taten dann ihr übriges und ich war komplett fertig mit den Nerven. Flo kann sowas schnell und gut hinter sich lassen, sich auf die gegenwärtige Situation neu einlassen und die Fahrt geniessen, wohingegen ich die ganze Fahrt gegen meine Tränen ankämpfen musste. Bei ungerechter Behandlung reagiere ich nun mal ziemlich empfindlich. 

Das Fass zum Überlaufen brachte dann die Tatsache, dass während des Game Drives mehrfach das Handy der einen Mitfahrerin laut und lange klingelte und dies nachdem Bennie zu Beginn des ersten Game Drives ausdrücklich darauf hingewiesen hatte, dass Handys bitte unbedingt auszuschalten seien. In dem Moment war einfach alles zu viel und ich schnauzte die Frau an, ob sie sich nicht an die Regeln erinnern könne und dass sie doch jetzt bitte ihr immer noch klingelndes Handy ausschalten sollte. Daraufhin konnte ich mir von ihrem Ehemann anhören, dass das nun mal so sei und dass sie ein wichtiges Business hätten und das ich meinen Mund halten solle (um es an dieser Stelle freundlich auszudrücken).

Bennie pflichtete mir dann immerhin noch bei, dass Handys wirklich lieber ausgeschaltet (oder zumindest lautlos) sein sollten, aber für mich war der Vormittag gelaufen. Eine solche Frechheit und Dreistigkeit war einfach zuviel.

Nachdem ich mich etwas beruhigt hatte, entschuldigte ich mich beim Frühstück noch bei ihr für meinen Ton. Anschliessend wurde die Stimmung zwischen der Familiengruppe und uns tatsächlich noch etwas freundlicher. 

Insgesamt bleibt aber doch ein bitterer Nachgeschmack bzgl. dem allgemeinen Umgang der Lodge uns gegenüber und dem Verhalten der Gruppe auf den Game Drives. Am Nachmittag erhielten wir im Zimmer zwei Tütchen mit Schokolade und einen kleinen Zettel mit einer Entschuldigung für das Abfahren ohne uns am Morgen. Bennie hätte uns nicht gehört und hätte gedacht, dass wir nicht mehr kommen resp. ausschlafen würden (entgegen dem was zuvor abgesprochen war).  Wir hoffen, dass es sein einziger derartiger Vorfall bleiben wird und er daraus auch etwas gelernt hat, denn ansonsten war er ein grossartiger Guide.

Wunderschöner Sonnenuntergang
Wunderschöner Sonnenuntergang

Der letzte Abend Game Drive war dann dafür äusserst entspannt, das Wetter hatte sich beruhigt und nachdem die Löwen, Rhinos und Elefanten gesichtet wurden, konnte man sich nun in Ruhe allen anderen Tieren widmen. Es kehrte auch bei der Familie langsam ein Safari-Feeling ein (oder sie wurden eingeschüchtert). Wir sahen noch ein drittes Black Rhino mit Jungtier, fuhren durch eine verspielte Büffelherde und durften einen dieser wahnsinnig intensiven Sonnenuntergänge erleben, die man so schnell nicht vergisst. Die Landschaft taucht abwechselnd in alle Farbkombinationen, die kräftiger als jede Bildbearbeitung sind. Dazu eine Giraffenherde herrlich im Licht, die uns sogar noch auf im Gras liegende Löwen aufmerksam machte und im fernen Hintergrund das Blitzen und Donnern in Richtung der Drakensberge. Einfach traumhaft!

Auf Foto-Safari
Auf Foto-Safari

Am letzten Morgen waren wir dann nur zu viert auf dem Fahrzeug, von der Familie sind nur der sympathische Australier und seine Schwiegermutter an Board, mit denen wir uns auch am besten verstanden. Wir machen uns nochmals auf die Suche nach den Löwen, nachdem diese Nahe der Lodge gesichtet wurde und schliesslich in einem Gebiet verschwanden, in welchem die Wege nicht mehr ganz so gepflegt waren. Bennie war aber voll in seinem Element und traute sich dann auch auf einen ausgewaschenen Pfad mit tiefen, erodierten Furchen. Flo's Warnung "Are you sure you want to drive this way? I would go right" wurde entweder nicht wirklich wahrgenommen oder ignoriert. Auf jeden Fall wurde seine Unerfahrenheit ihm nochmals zum Verhängnis, denn 5 Sekunden und einen heftigen Rums später lagen wir einen Meter weiter unten, 45° gekippt auf der Fahrzeugseite mit zwei Rädern in der Luft. Bennie fluchte wie wild, wir (!) stellten kurz sicher, dass keinem der Insassen etwas ernsthaftes passiert war und realisierten dann, dass der Einsatz eines Highlift-Jacks (Wagenheber) hier nicht möglich war - schliesslich hatten vor wenigen Minuten zwei Erwachsene Löwen das Gebiet betreten und könnten nach unseren Erwartungen jeden Moment hier auftauchen. Bevor Bennie seine Niederlage eingestehen und per Funk Hilf anfordern wollte, versuchte er es nochmals mit aller 4x4-Kraft, Differenzialsperre und Low Gear im Rückwärtsgang und siehe da, wir gruben und schoben uns langsam rückwärts wieder raus, bis das Auto wieder gerade auf allen vier Rädern stand. Puh... das hätte auch schief gehen können. Unglaublich, was diese Autos leisten können.

Während der Coffee Break lachten wir dann darüber. Wir beobachteten beim Kaffee trinken Elefanten und plötzlich war dann einer nur noch 15 Meter von uns entfernt im Busch. Unglaublich wie leise und schnell die näher kommen können! Die Stimmung war aber nicht nur bei uns entspannt und so zogen wir uns mit dem Auto zurück und der Elefant seines Weges weiter. Vielen Dank Nambiti, zumindest was die Tierwelt angeht definitiv einen Besuch wert. Langweilig wird es einem hier nicht!

Als Fazit insgesamt können wir sagen, dass es sich um eine schöne, kleine Lodge handelt, die in einem netten Game Reserve liegt, das für den erfahrenen Safari-Gänger aber schnell an seine Grenzen (im wahrsten Sinne des Wortes) der Attraktivität stösst. Wir haben viele Tiere gesehen, tolle Fotos gemacht und die Zeit insgesamt genossen, aber noch einmal werden wir dieses Game Reserve und damit auch die Lodge wohl eher nicht besuchen. Für Safari-Einsteiger stellt das Nambiti Game Reserve aber sicher eine gute (malariafreie) und preiswerte Alternative dar. Wir haben übrigens zusätzlich von einem 3 für 2-Nächte Angebot profitiert, was den Aufenthalt für das Gebotene wirklich attraktiv macht. 

Gespannt blickten wir nach diesem Aufenthalt voller Emotionen in Nambiti nun dem nächsten im für uns neuen Game Reserve Nkomazi entgegen. Mehr dazu im nächsten Artikel.

 

Herzliche Grüsse

Anika

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 3
  • #1

    Lynn (Mittwoch, 25 April 2018 19:01)

    Liebe Anika,
    keine Sorge, mit den Spinnen bin ich ganz bei dir! Ich will und will mich dran gewöhnen, aber es geht nicht...

    Schön das ihr insgesamt doch noch ein recht positives Fazit ziehen konntet und all die unangenehmen Erlebnisse, nicht die schönen überaschatten. Manchmal ist es wirklich unglaublich zu sehen, wie sich manche Gäste benehmen. So musste ich in Namibia mal mit anhören, wie ein Guide aufs übelste beschimpft wurde, weil er im Etosha keine Elefanten für seine Gäste finden konnte...

    Liebe Grüße,
    Lynn

  • #2

    gatasa (Donnerstag, 26 April 2018 10:33)

    Hi Ani und Flo!

    Wieder mal hervorragende Fotos und eine tolle Schilderung Eurer Abenteuer auf Eurer Reise, egal ob schöne oder weniger schöne Erlebnisse. Ich finde gerade die Zeit, Eure Reise in einem Rutsch zu lesen und bin wieder mal schwer begeistert von Eurem Blog.

    Danke dafür und liebe Grüße

    gatasa

  • #3

    Ani (Montag, 30 April 2018 14:34)

    Liebe Lynn
    Vielen Dank für deine lieben Worte :) Ich denke mir immer: Wenn ich meine Mitmenschen "nur" bei Spinnen mit dem Entfernen von diesen belästigen muss, geht es ja noch. Bei allen anderen Krabbeltieren oder Würmern bleibe ich nämlich ganz gelassen, aber Spinnen haben einfach zu viele Beine! ;)
    Und dass die paar negativen Erlebnisse nicht all die Schönen überschatten, ist absolut das Wichtigste! Insgesamt ist es halt immer das, was man selbst daraus macht :) denn Touristen, die mit merkwürdigen Vorstellungen nach Afrika kommen, werden wir leider nie verhindern können...

    Liebe/r Gatasa
    Vielen Dank auch für deinen lieben Kommentar :) Immer wieder schön zu lesen, dass so viele Personen Freude an unserem Blog haben! Da starten wir doch gleich doppelt so motiviert mit dem Schreiben vom nächsten Artikel ;)

    Herzliche Grüsse
    von Anika (& Flo)